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... und davon möchte man am liebsten nichts wissen.

Es gibt auch noch die Kehrseite der Medaille. Sachen die passiert sind und die leider immer noch passieren. Für alle diejenigen die auf der Suche nach einen Tatsachen Roman sind, empfehle ich Anthony Bourdain "Geständnisse eines Küchenchefs". Dort ist auf brutal offene Weise so einiges erzählt. Siehe auch meine Tipps zu den Kochbüchern.

 

 Über Fliegen in der Küche Über Arbeitsbretter
 Über Ameisen in der Küche Über Ratten und Mäuse in der Küche
 Über Kakerlaken in der Küche  

 

Fliegen
Im Sommer sind Fliegen unterwegs, draußen wie drinnen. Auch wenn es Vorschrift ist, dass die Küchenfenster mit Fliegengitter versehen werden müssen, die Fliegen finden immer eine Möglichkeit in die Küche zu gelangen. Wissen wir ob eine Fliege, der es eigentlich total egal ist, ob sie nun auf einen Kothaufen sitzt oder auf einen Stück Fleisch, nicht auf einen gesessen hat, wenn sie nun durch die Küche saust und sich auf Lebensmittel niederlässt, die nun mal in der Küche vorhanden sind?
Manchmal ist es vorgekommen, dass eine Fliege, ich meine diese lästigen Stubenfliegen - am schlimmsten sind die mit dem leuchtend grünen Körper -, just in dem Moment übers Essen flog und der Koch just in dem Moment die Sauce darauf drappieren wollte, diese damit ertränkte. Oder sie fliegen durch die Küche und bekommen beim Flug durch wärmere Regionen - Herd - Salamander usw. einen Kollaps und brechen zusammen. Klar das diese dann, durch Erdanziehung bedingt, runterfallen. Da wir uns jedoch in einer Küche befinden, stehen die Chancen bei 50 zu 50, dass sie auf etwas Nicht-essbares fallen.
Oder nehmen Sie den Koch, den es sowieso schon zu heiß ist und der vom Umgang mit dem Service genervt ist. Was macht dieser liebe Mensch wenn er sich von Fliegen umzingelt fühlt ? Er holt mittels einer Palette zum Rundumschlag, zum Gegenangriff aus. Versucht in kürzester Zeit wieder Herr der Lage zu werden. Wird er sein Kriegsgerät auch wieder abwaschen ? Wo wird er sie abklatschen ? Wohin fliegen die zerfetzten Leiber ? Was passiert wenn diese auf dem Arbeitsbrett erschlagen wurden, wird dieses auch wieder desinfiziert ? ? ? ???????
Zudem sind im Freilandsalat immer Fliegen, Schnecken und Blattläuse. Diese enthalten zwar ein gewisses Quantum an Proteinen und sicherlich auch noch Spurenelemente und Mineralien, sind jedoch unseres Essverhaltens zuwider. Dieser Salat muss mindestens 2 - 3 mal häufiger durch Wasser gehen um diese raus zu waschen - am besten mit ´ner guten Portion Salz - das tötet die Dinger ganz gut ab. Wird das auch gemacht ? Sollten Sie eine Fliege oder eine kleine grüne Nacktschnecke in ihren Salat finden, können Sie davon ausgehen, das der Salat stümperhaft gewaschen wurde.
Und noch eines zum Schluss: Nicht immer wird dem Gast auch eine neue Suppe gebracht, wenn eine tote Fliege darin ist. Diese wird natürlich mit den Wurstfingern rausgeholt, ist doch klar. Nicht immer bekommt der Gast einen neuen Salat, wenn auf den Weg zu diesen eine Fliege gesehen wird. Nein, diese wird weggemacht - so Bitte schön, einmal Salat nach Art des Hauses - Guten Appetit, möchten Sie noch etwas Brot dazu.

An dieser Stelle möchte ich die Leser wieder aufmuntern: Gehen Sie trotzdem essen. Solche Geschichten sind nicht die Regel. Gute Köche, Gewissenhafte Betreiber von Restaurants - Kneipen - Gaststätten gibt es immer wieder und immer noch. Zudem gibt es ja immer noch den Kontrolldienst WKD, der in unregelmäßigen Abständen die Küchen kontrolliert. Und der kommt regelmäßig 1 - 2 mal in 2 Jahren, also doch schon sehr häufig.

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Arbeitsbretter
Vor einigen vielen Jahren war es Gang und Gebe, dass in einer Küche Holzbretter zu finden waren. Irgendein Idiot im Gesundheitsministerium, dessen Horizont gerade mal bis zur Klotüre und zurück reichte, dachte bei sich, dass sich in den Einkerbungen sicherlich eine große Anzahl von Bakterien und Keime einnisten könnten.  Aufgebracht von dieser Erkenntnis, informierte dieser sofort seinen Vorgesetzten und beide beschlossen gegen diese Übel hart vorzugehen. Seit dieser Erkenntnis sind Holzbretter in der Küche nicht mehr erlaubt, es sei denn man verwendet diese zum anrichten. Seit dieser aufgeweckten und intelligenten Erleuchtung sind Holzgriffe an den Kochmessern nicht mehr erlaubt.
Grund: Die Arbeits- und Schneidebretter müssen aus Kunststoff sein. Diese können in der Spülmaschine gewaschen und desinfiziert werden. ( In der Großküche kommen Geschirrspülmittel zum Einsatz, die zusätzlich noch desinfizieren )
Da dieser Fachmensch mit so einen genialen Weitblick ausgestattet war, übersah er eine klitzekleine Kleinigkeit. Holz ist Leben. Und wie wir wissen, wehrt sich Holz gegen Angriffe jeder Art. Die Ansammlung von Bakterien/Keime sind auf einen Holzbrett gegenüber eines Kunsstoffbrettes geringer und nehmen dazu noch ab. Somit haben Holzbretter die ideale Eigenschaft, weil sie Keimtötend sind. Ich vermute mal das dieser Mensch in einem EU-Ministerium saß. Bravo, haste gutgemacht. Soviel vorweg.

In der Küche haben wir ja diese Arbeitsbretter. Wir schneiden darauf, wir plattieren darauf und wir stützen aus auch darauf, wenn mal gerade Pause ist. Jede Abteilung in der Küche hat ihre Schneidebretter. Der Fischkoch hat seins, der Bratenkoch hat seines und der aus der kalten Küche hat seines. Was passiert nun in einer kleinen Küche wo nur ein Alleinkoch arbeitet ? Wird er, wenn ein Fischgericht kommt und er den Fisch filetieren, oder zurecht schneiden muss, ein anderes Brett nehmen als das Fleischbrett? Wird er es wenigstens wieder sauber machen ? Die Antwort darauf lautet ja. Er wird es sauber machen, wenn am Abend die Küche sauber gemacht wird. Meistens erst dann. Und das ist das traurige, viele Köche sind immer noch Schweinchens.

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Ameisen
Sie zählen neben den Kakerlaken zu den Überlebenskünstlern und sind bekannt durch ihre Findigkeit neue Gebiete zu erschließen. Ihr idealer Körperbau und ihre ideale Körpergröße versetzt diese Art von  Spezies in die kolossale Lage durch kleinste Ritzen und Fugen vorzudringen. Viele wissen aus eigener Erfahrung, eine einmal vorhandene Ameisenstraße ist nur mit Chemie beizukommen. Und das in einer Küche. Stellen Sie mal einen Honigeimer in 2 Meter Entfernung zu dieser Ameisenstraße vor. Binnen kürzester Zeit ist dieses süße Stück eingenommen und die Information, wo sich dieser befindet, wo sich noch weitere Leckereien aufhalten, ist bis zu der Ameisenkönigin durchgedrungen. In einigen Küchen gibt es Nester, richtige Ameisennester, die besonders in der warmen Jahreszeit aktiv sind. Ein kleiner Trost: Im Grunde sind Ameisen nicht schlimm, sie gehören ja zur Waldpolizei die sich aufmacht das verrottende Aas im Walde zu vertilgen. Und warum kommen sie dann in die Küche ? Unsauberkeit ???
Beispiel: In einer Küche brauchte der Patissier immer Honig. Dieser wurde in 5 kg Blechdosen geliefert und besaß einen Blechdeckel. Wenn nun dieser Blechdeckel nicht richtig draufgemacht wurde, musste der Honig erwärmt und dann durch ein feines Sieb passiert werden damit dieser dann frei von Ameisen war. Und glauben Sie mir, es lagen einige drinne.

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Kakerlaken
Sie sind die wahren Überlebenskünstler. Unsere Welt kann im Atomaren Kriege untergehen und während sich die wenigen überlebenden Menschen versuchen, sich ihrer verseuchten Haut zu entledigen, krabbeln diese lieben kleinen putzigen Tierchen aus den Ritzen hervor und sind einfach wieder da. Genial.
Das schlimme an diesen Biestern ist auch, sie kommen meist des Nachts hervor, so das man fast annehmen muss, es gibt sie nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind da und das zu hunderten, oder wie ich gleich erzählen werde, zu tausenden. In einer Küche, die in einem Jahrhunderte alten Gebäude lag, musste der Kammerjäger einmal in der Woche kommen, um der Lage überhaupt Herr zu werden. Dies geschah meist am Anfang der Woche, da hier Ruhetag war. Am nächsten Morgen, bot sich allen Köchen jede Woche das gleiche Bild. Zu tausenden lagen tote Kakerlaken auf den Küchenfußboden. Es war unmöglich auch nur einen Schritt zu tun, ohne das man drauf getreten wäre.
Die Kastenwagen von der Firma Rentokill tragen seit einigen Jahren keine Aufschrift mehr, oder diese ist so klein geraten, dass man an nichts böses denkt, sollte man einen dieser Wagen vor einem noblen Restaurant sehen. Sie werden sie nie sehen, weil in diesem Metier absolute Diskretion herrscht. Selbst in First Class Restaurants sind die Herren zugange, weil Kakerlaken überall zu finden sind, gerade in der Küche.

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Mäuse und Ratten
Leider und ich schreibe hier leider, weil kremerchen eine Art von Phobie gegenüber diesen Tieren hat, gibt es diese.
Vor Jahren, da war ich noch jung ( ach war das schön :-) wunderten wir uns, warum im Lagerraum - Keller - alles so schmuddelig rum lag. Zuerst hatte der Küchenchef die Lehrlinge in Verdacht  den Reis nicht ordentlich verräumt zu haben, denn Trockenerbsen lagen auf den Regalen, Linsen etc. Wir haben lange überlegt und keiner hatte eine Erklärung, bis eines Tages die Putzfrau mit einem Schreien aus dem Keller wieder hoch kam, sie hätte eine Ratte gesehen. Wir machten uns sogleich auf die Suche, mit Bratpfanne und großem Schlagmesser bewaffnet suchten wir nach der Ratte. Und wir fanden in der Mauer ein Loch, durch das die Ratten von der Kanalisation her in den Lagerraum kamen. Diese hatten es selbst gebuddelt, wahrscheinlich immer dem Geruch nach. Just als wir da standen, und uns das Loch anguckten,  steckte eine Ratte den Kopf durch das Loch und fiepte uns an. :-( Was haben wir gestandenen Köche uns erschreckt, ich natürlich am meisten. Das war schrecklich.


Oder diese Geschichte:
Ich war schon Jungkoch und sollte bei einen Restaurant aushelfen. Dessen Chef und mein damaliger Chef waren Freunde und so kam diese Hilfestellung zustande. Das Hotel war in unmittelbarer Nähe zu einem Berg / Felsen gebaut worden und der Lagerraum der Küche reichte bis in den Fels hinein. Dort war es auch immer angenehm kühl, also die optimale Lagerbedingung für einige Lebensmittel, leider auch optimale Bedingungen für Mäuse und auch Ratten, die dort auch zu hause waren. Wie oft habe ich mich über eine vorbeihuschende Maus erschreckt. Wissen Sie wie das ist, wenn man diese nur aus dem letzten Augenwinkel heraus wahrnimmt ?
Können Sie sich vorstellen, mit was für einer Ahnung, ja fast schon Angst, man in dieses Lager gegangen ist um etwas zu holen ?

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Wenn dies jetzt andere Köche lesen, und diese sind noch der Meinung, es fehlt was, dann mailen Sie mir das bitte, ich werde es auf Wunsch anonym hier auflisten.