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Backpraxis in der Backstube
Es gibt sie, die Grundrezepte. Grund genug für mich, meine Ihnen zugänglich zu machen. Hier sind nun meine Rezepte aus der Konditorenzeit.
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Backtriebmittel
frische Hefe/Trockenhefe: Hefezellen (Mikroorganismen) vermehren sich an einem warmen Ort (ca. 30 °C),
gefördert durch Zugabe von Zucker und Flüssigkeit; dabei setzen sie den Zucker um zu Kohlensäure und Alkohol, wodurch die große Treibkraft entsteht
Backpulver: eignet sich nahezu für alle Teigarten als Triebmittel; sollte immer gut mit Mehl vermischt werden, bevor es zum Tieg dazugegeben wird
Hirschhornsalz, Natron, Pottasche: werden überwiegend bei Lebkuchen und Honigkuchen eingesetzt
Weinsteinbackpulver: wird zum vollwertigen Backen verwendet, da es keine Phosphate enthält
Eier
wichtig für das Gelingen der Backwaren
Butter: wertet durch ihren typischen feinen Geschmack die Qualität von Kuchen,
Gebäck oder Cremes auf und wird deshalb oft bevorzugt
Margarine: auch direkt aus dem Kühlschrank verwendbar, läßt sich ohne Probleme
schaumig rühren
Fette
sollten immer ganz frisch sein
je nach Menge wirken sie bindend oder lockernd
Eigelb macht den Kuchen mürbe, Eiweiß knusprig, Eischnee locker
Marzipan
besteht zur Hälfte aus abgezogenen, fein gemahlenen Mandeln und Puderzucker und kann mit Rosen- oder Orangenblütenwasser, Zitrusschale oder Alkohol parfümiert sein
Marzipanrohmasse muß vor der Verwendung als Dekormasse oder zum Figuren herstellen mit Puderzucker verknetet werden
Mehl
sollte grundsätzlich vor der Verarbeitung gesiebt werden
die Typenbezeichnung gibt an, wie ausgemahlen das Mehl ist, d.h. mit steigender Typenzahl wird das Mehl weniger fein und weniger lang lagerfähig, enthält aber mehr Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe:
Typ 405: normales Haushaltsmehl, geeignet für fast alle Backwaren, enthält aber kaum Vitamine, Mineralstoffe oder Ballaststoffe
Typ1700: hier wird das gesamte Weizenkorn vermahlen, so daß das Mehl alle wertvollen Bestandteile von Keimling und Randschicht enthält
auch bei Roggenmehl unterscheidet man verschiedene Typen, wobei auch hier mit steigender Typenzahl der Nährstoffgehalt zunimmt, die Lagerfähigkeit und die Feinheit dagegen abnehmen
Milch & Milchprodukte
Milch macht den Teig rührfähig
im Allgemeinen wird Vollmilch verwendet, man kann aber auch Magermilch nehmen
Sahne: für Sahnefüllungen, Cremes, zum Verzieren; gut gekühlte Sahne läßt sich besser steif schlagen als warme
Quark: entsteht durch Säuerung und Dicklegen der Milch
Joghurt: durch Joghurtkulturen umgesetzte Milch
Schokolade
besteht aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker
Vollmilch- oder Milchschokoladen wird noch Milch oder Milchpulver zugesetzt
Kakaopulver: wird aus der Kakaobohne gewonnen; schwach entöltes Kakaopulver enthält mindestens 21% Kakaobutter, stark entöltes mindestens 8%; stark entöltes ist feiner gemahlen, klumpt nicht und eignet sich daher besser zum Aromatisieren von Teigen und Cremes
Kuvertüre: besteht aus feinster Schokolade und hat einen sehr hohen Kakaobutteranteil, wodurch sie leicht schmilzt und sich daher besonders gut zum Überziehen von Pralinen oder Torten oder für Füllungen und Teige eignet;
Blockschokolade/Kochschokolade: einfache, billige Schokolade
Schokoladenstreusel: müssen mindestens 35% Kakao enthalten
Nougat: hat einen höheren Kakaobutteranteil als Schokolade; weitere Grundzutaten sind Nüsse, Zucker und Kuvertüre
Zucker
Raffinade: Zucker von höchster Reinheit und Qualität
Weißzucker: einfacher Haushaltszucker
brauner Zucker: nicht gebleicht, aromatischer Geschmack, größere Süßkraft als
Weißzucker
Puderzucker: sehr fein gemahlener Zucker für Glasuren, zum Bestäuben
Hagelzucker: granulierte Raffinade, ideal zum Bestreuen und Dekorieren von
Gebäck
Vanillezucker: hergestellt aus 5% echter gemahlener Vanilleschote und Raffinade;
dem synthetisch erzeugten Vanillinzucker vorzuziehen
alternative Süßungsmittel: Honig, Ahornsirup, Apfeldicksaft u.ä.