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Advent und Weihnachten – die
letzten Wochen des Jahres sind für die meisten Menschen von Erinnerungen
an die Kindheit geprägt. Rituale und Bräuche wurden und werden von
Generation zu Generation weitergegeben. Traditionell gehören in vielen
Familien der Türkranz als Willkommensgruß für Gäste, ein Adventskranz in
den Farben Rot und Grün oder in einer modernen Variante und
Koniferensträuße, geschmückt mit weihnachtlichen Accessoires, in diese
Zeit. Die typischen Adventsgewürze im Gebäck verströmen in der
Vorweihnachtszeit ein Aroma, das viele Erinnerungen weckt.
Dazu nun ein paar Informationen zu den bekanntesten Gewürzen:
A N I S
Wo Anis seine Ur-Heimat hat ist unbekannt, wahrscheinlich aber kommt die
Pflanze aus dem Orient und ist in den Mittelmeerländern schon sehr lange
bekannt. In ägyptischen Papyrusrollen aus der Zeit um 1000 v.Chr.
jedenfalls ist Anis ebenso benannt und beschrieben wie bei griechischen
und römischen Autoren. Mit den Beniktiner-Mönchen kam Anis dann auch
über die Alpen, was so um die Regierungszeit von Karl dem Großen gewesen
sein mag.
Anis riecht angenehm süßlich und aromatisch, schmeckt würzig-frisch und
wird sehr häufig in Backwaren zur Weihnachtszeit verwendet.
I N G W E R
Schon im frühen Mittelalter zählte Ingwer in ganz Europa zu den Gewürz-
und Heilpflanzen, die sehr vielseitig eingesetzt wurden. Bereits in der
Antike brachten die Araber den Ingwer nach Rom, doch erst später
berichtete Marco Polo von dieser Pflanze bzw. der Wurzel und ihrem
plantagenmäßigen Anbau in China. Später sorgten die Spanier für die
weitere Verbreitung des Ingwers bis nach Westindien. Ursprünglich in den
heißen Dschungeln Mittel- und Südostasiens beheimatet ist Ingwer heute
in allen tropischen Klimazonen zu finden.
Sein etwas eigenartiger, kräftig aromatischer Geruch sowie sein brennend
scharfer Geschmack sind typisch für die Ingwer-Knolle, die sowohl frisch
als auch getrocknet für viele Gerichte unentbehrlich ist, in Europa vor
allem für Süßspeisen, Konfekt, Kuchen und alle
Arten von Brot. Daneben ist Ingwer ein wichtiger Bestandteil für
verschiedene Curry-Pulver.
K A R D A M O M
Von der buschigen Pflanze, dem Ingwer nahe verwandt, sind nur die aus
dem Seitentrieb wachsenden Blüten mit dreieckigen Samenkapseln wichtig,
die jeweils vier bis acht unregelmäßig geformte Samen enthalten, den
eigentlichen Kardamom. Das Gewürz stammt aus den indischen Bergwäldern,
kommt heute aber vor allem aus südindischen Provinzen. Überlieferungen
nach wurde Kardamom schon lange vor unserer Zeitrechnung in Babylon
angebaut; nach Europa kam er allerdings erst um 1200.Das sehr feine
Aroma sowie ein kräftiger, etwas brennender Geschmack, der an Eukalyptus
erinnert, machten das Gewürz sehr beliebt, weshalb es bald zu den
edelsten und teuersten gehörte. Bei uns wird es in der Hauptsache für
Backwaren, Süßspeisen und süßlichen Marinaden verwendet. In den
arabischen Ländern kann sich kein Genießer seinen Kaffee ohne Kardamom
vorstellen. Ein wichtiger Qualitätsunterschied existiert zwischen
Kardamom, der in der Schale gemahlen wurde, und solchem bei dem nur der
Samen verarbeitet wurde, letzterer ist qualitativ hochwertiger und somit
für unsere Backwaren geeignet.
K O R I A N D E R
Mit ziemlicher Sicherheit ist Koriander eines der ältesten Gewürze, das
die Menschen kennen und verwenden. Bereits in uralten Sanskrit-Texten,
wie in der Bibel, ist es genannt, und man fand es sogar bei Ausgrabungen
von Kulturen der Jungsteinzeit. In Indien und in China wird Koriander
heute noch vielfach in der Medizin eingesetzt. Vermutlich ist der
östliche Mittelmeerraum die Ur-Heimat des Korianders; er wird heute aber
fast überall angebaut, sogar in Thüringen, Franken und Württemberg.
Koriandersamen, sie sind das Gewürz, riechen ziemlich übel nach Wanzen,
was der Pflanze auch den Beinamen ’Wanzendill’ eintrug. Sie duften
getrocknet aber sehr aromatisch, wenn sie auch etwas brennend schmecken.
Für viele Brot- und Wurstgewürzmischungen ist Koriander unentbehrlich,
aber Lebkuchen wäre ohne Koriander kein Lebkuchen.
Guten Appetit und bis zum nächsten Ma(h)l.
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