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Lebkuchen
Lebkuchen, gerade in der Vorweihnachtszeit ein gerne gegessenes Gebäck, welches lieber gekauft als selber gemacht wird. Zu groß ist der Aufwand und dem ein oder anderen ist der Geruch des
Hirschhornsalzes noch unangenehm in Erinnerung,
wenn dieser, sei aus Absicht ( schnüffle ;-) oder durch Unachtsamkeit tief in die Nase drang - für alle die den Geruch nicht kennen, ich mahne zur Vorsicht! Doch vorweg wieder etwas Geschichte.
In Europa gibt es seit ungefähr 600 Jahren Lebkuchen, aber erfunden haben sie vermutlich die Ägypter. Jedenfalls hat man in 1.500 Jahre alten ägyptischen Gräbern Honigkuchen als Grabbeigaben gefunden. Das Wort Lebkuchen kommt von dem lateinischen Wort "libum", das heißt Fladen, Kuchen.
In Deutschland ist besonders die Stadt Nürnberg für ihre Lebkuchen bekannt. Das kommt daher, weil die Stadt früher an den alten Handelsstrassen lag. Dadurch war bei den Gewürzen immer für Nachschub gesorgt. Denn Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Nelken, Piment und Zimt kommen aus der ganzen Welt. Außerdem gab es rund um Nürnberg dichte Wälder mit vielen Bienen: Und Honig ist der wichtigste Bestandteil der Lebkuchen.
Heute werden die Lebkuchen mit Maschinen hergestellt. Zuerst wird in einem riesigen Kessel der Teig aus Ei, Mehl, Honig, Marzipan und Gewürzen angerührt. Dann spritzt eine Maschine kleine Portionen auf die Oblaten. Der Teig wird darauf gestrichen und mit Puderzucker bestäubt. Dann muss er ein bisschen trocknen und dann geht es ab in den Ofen. Aber nicht etwa auf Blechen, sondern auf einem Fließband, das direkt durch den Ofen fährt. So ein Ofen kann schon mal 40 Meter lang sein und 210 Grad warm ist es darin. Bevor die Lebkuchen mit Zuckerguss oder Schokolade glasiert werden, müssen sie abkühlen. Sobald die Lebkuchen trocken sind, werden sie verpackt und in alle Welt geschickt. In der Zeit vor Weihnachten werden in manchen Nürnberger Lebkuchenfirmen täglich drei Millionen Lebkuchen hergestellt.
Ein besonders schönes und super gut schmeckendes Rezept gebe ich Ihnen hier mit. Es handelt sich um ein altes Rezept und ich
bekam die Geschichte zu diesem Rezept gleich mit erzählt. Ein Kriegsgefangener
schrieb nach Ende des zweiten Weltkriegs aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft seiner Frau: "Besonders haben Deine Lebkuchen geschmeckt. Es war der Geschmack von früher,
von zuhause. Mir rollten die Tränen als ich diese so leckeren von Dir gebackenen
Lebkuchen aß." Das besondere daran war, das das Päckchen schon Wochen vor Weihnachten abgeschickt wurde, aber erst im Mai bei dem Kriegsgefangenen ankam. Solange war es unterwegs und solange haben die Lebkuchen gehalten.
Keine Angst vor der Menge, die Sie auch getrost halbieren können.
Lebkuchenrezept
500 g Honig
500 g Zuckerrübensirup
500 g Brauner Zucker
500 g Butter
3 x Lebkuchengewürz
4 Eier
250 g Kakaopulver
500 g Mehl
15 g Pottasche
15 g Hirschhornsalz
500 g Mehl 550
1000 g Mehl Vollkorn
Zubereitung:
Honig, Zuckerrübensirup, Butter, Zucker und Lebkuchengewürz in einen Topf geben und schmelzen. Nun Eier, Mehl und Kakao zugeben, Pottasche und Hirschhornsalz in wenig Wasser auflösen - NICHT EINATMEN also Nase zu und zu den Teig geben und alles mit den Händen schön durchkneten bis der Teig glänzt.
Eine Nacht in Folie gewickelt ruhen lassen. Nicht zu dünn ausrollen und nach Belieben ausstechen. Bei 180 Grad je nach Größe 10 - 15 min.
Es empfiehlt sich bei einem Bauvorhaben - Lebkuchenhaus - die ganze Menge zu machen, dann bleibt noch etwas übrig für Plätzchen.
Guten Appetit und bis zum nächsten Ma(h)l.