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Was sich mache Gäste erlauben und wie wir darauf reagieren !

Waren Sie schon einmal in der Situation, wo Sie als Verkäufer oder als Bedienung, vielleicht sogar als Koch während eines Buffets - der Koch steht meistens hinter den Tisch mit den Köstlichkeiten und legt auf Wunsch vor, wo Sie von einem Gast/Kunden so blöd und oder dämlich angepflaumt worden sind ?

Ich vermute mal, dass dies jeder bisher einmal erlebt hat. Was haben Sie dabei gedacht ??? "Du alter dämlicher Säckel " (Süddeutsche Variante) "Du altes Sackgesicht" (Norddeutsche Gossenvariante) oder "Blödmann, Mistkerl etc" (allgemeiner Deutscher Sprachgebrauch). - ich habe mir vorgenommen kein Wort wegzulassen.

Bei uns in der Gastronomie kommt dies ziemlich häufig vor, dass sich manche Gäste an uns auslassen. Geschieht dies in einer angemessenen Art und Weise, wird diese Kritik meist gerne aufgenommen und weitergeleitet. Lieber Gast nun höre gut zu: Der Ton macht die Musik !!!.

Was passiert nun, lieber Gast, wenn Du diese Regeln nicht einhältst. Du kannst sicher sein, sobald Du der Bedienung / Verkäuferin den Rücken zudrehst, hagelt es Flüche und Verwünschungen - gedachte und nicht gedachte. Seien Sie sicher, dass wir solche Gäste besonders gerne von hinten sehen. Vorne hui, hinten pfui.

Wir müssen mit Brüllaffen umgehen, immer noch freundlich. Wir müssen den Gast, der uns versucht mit verbaler Gossenkritik zu beeindrucken, mit freundlicher und gefasster Miene entgegentreten. Alles Aufgaben, deren Umgang gelernt sein will.

Ich erzähle Ihnen hier eine kleine Geschichte, die so unglaublich ist und sich dennoch genau so zugetragen hat: Es war um die Mittagszeit in einer alt-eingesessenen Gaststätte in Freiburg. Am Stammtisch saß ein mittelalterliches Ehepaar und während es dem Gemahl recht schmeckte, ließ Frau Gemahlin das Essen mit einer Begründung die mir nicht mehr einfallen möchte zurückgehen und verlangte ein neues. Wissen Sie verehrte Leser, das machen wir wirklich gerne, schließlich wollen wir ja, dass der Gast zufrieden ist (ehrlich geschrieben!!) Nun bekam die Frau Gemahlin Ihr zweites Essen und ließ nach einer kleinen Verköstigung auch dieses wieder zurückgehen. Unser Chef des Hauses stand zu dieser Zeit am Buffet und sah diesem Treiben zu. Die Frau Gemahlin war die ganze Zeit am mosern, dies und jenes war nicht richtig, das störte dies ...... usw. usw.
Nur dem Herrn Gemahl schien alles recht zu sein (unsere Lieblingsgäste sind diese ;-) Nun bekam die Frau zum dritten mal ein neues Essen, was haben wir doch für eine Engelsgeduld, und Sie ahnen es schon auch dieses passte Ihr nicht so recht. Unser Chef, bekannt für seine direkten Worte, stellte sich 4 Meter von diesem Tisch auf, befahl der Bedienung per Handzeichen zu Ihm zu kommen und begann dann laut hörbar für fast alle: "Die Frau sollte mal wieder von Ihren Gatten so richtig durchgevö...t werden, das ist ja grausam. Frau XXX (die Bedienung) die Gäste hier an Tisch 2 wollen sofort zahlen und auch sofort gehen." Sprachs und verschwand, für alle gut sichtbar, wieder hinter dem Tresen.

OK. Das ist massiv, das ist schon fast zu weit, drückt aber den allgemeinen Sprachgebrauch aus, den wir Angestellte haben, wenn die Gäste weg sind, die uns aufgeregt haben, die uns ungerechtfertigter Weise angemacht haben.

Am liebsten sind uns aber noch die Stammgäste. Stammgäste, die kein Zuhause mehr haben und Abend für Abend in der Kneipe, im Restaurant hocken und eins nach dem anderen trinken. Nichts gegen euch, denn ohne euch fehlen uns einige tausend Euro am Ende des Jahres. Diese Stammgäste, die ja manchmal schon seit Jahren kommen, haben Ohren so groß wie Tischtücher, wenn Sie innerbetriebliche Probleme mitbekommen. Besonders beeindruckt uns immer, wenn gut gemeinte Ratschläge zur Aufhebung dieses Problems kommen. Mein Tipp an diese Stammgäste: hold bloß de schnute (Norddeutsch - das übersetzen spare ich mir).

Nun ich möchte Sie nicht dahin bringen, beim nächsten Besuch in einer Gastronomie, bei einer Reklamation bloß nichts zu sagen (vielleicht haben Sie ja noch diesen Artikel im Hinterkopf ;-), nein, ich rate Ihnen machen Sie den Mund auf und sagen Sie uns in angebrachtem Tone und mit freundlichen Worten, was der Grund dieser Reklamation ist.

Sie werden erstaunt sein, wie gerne wir bereit sind, Ihnen verehrte Gäste, sofort etwas neues zu bringen.

Unser Ziel ist nicht Ihre Reklamation, sondern Ihr Wiedersehen !

Bis zum nächsten Ma(h)le