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Wo ist der Sonntagsbraten ??? oder auch die Lust am kochen geht verloren
Es war einmal, und das ist wirklich schon einige Zeit her, wo sich die Gerüche des Sonntagsbraten langsam ihren Weg aus der Küche suchten, und sich gemächlich in der Wohnung breit machten. Glücklich der, dem sich diese lustvollen Gerüche in die Nase machten. Vorfreude umkreiste dem Gaumen und die Magensäfte machten sich bereit um das Schmankerl zu erwarten.
Ja das waren noch Zeiten, es wurde zusammen gegessen, gemeinsam wurde das von Mutter / Oma gekochten Essen verzehrt. ........... und heute ? Vergeblich sucht die Nase um die Mittagszeit beim Betreten einer Wohnung die Gerüche.
Schön eigentlich für uns Köche und deren Betreiber, die Gastronomen, wenn kaum noch jemand Lust hat selber zu kochen, die Gaststätten sind voll und keiner jammert mehr von uns ( Gastronomen, wussten Sie, das jammern der Gruß der Kaufleute ist ? ). Der Aufschwung in der Gastronomie ist da, juchee ! Ich plädiere hier jetzt nicht, die Gaststätten zu boykottieren und selber wieder zu kochen, um Himmelswillen nein, da würde ich ja arbeitslos werden.
Ich frage mich nur, was ist aus der Lust selber zu kochen geworden ? Wo ist die hin ? Ist es eine Strafarbeit geworden, für sich und seine Familie zu kochen ?
Das Elementarste in der Geschichte des Menschen, das Essen zubereiten, kippt. Wir geben so wenig Geld wie noch nie für Lebensmittel aus, und erwarten dann noch das das Wertvoll zu sein hat.
Ein Widerspruch an sich der von keinem einzuhalten ist. Nicht von unserem Metzger. Wenn ich verlange, das der Preis für Schweinerücken um 0,50 € nach unten geht, gibt er das weiter. Am Ende der Kette steht dann der Bauer / Schweinezüchter und überlegt sich wie er noch billiger die Schweine züchten kann. Vielleicht das billigste Futter, mehr Schweine auf der gleichen Fläche, ist doch eh egal ob die sich gegenseitig beißen, mehr Medikamente, damit das Schlachtgewicht noch schneller erreicht werden kann.
Ein Teufelskreis und wir freuen uns, wenn im Supermarkt der Schweinerücken für 0,49 € angeboten wird. Aber warum zieht der sich in der Pfanne so zusammen und warum kommt da so viel Wasser raus.??? Das nehmen wir dann in Kauf, war ja so billig. Guten Appetit.
Nicht nur das vorher genannte hat sich total verändert, sondern auch das Essverhalten. Wenn ich für das Wochenende einen nach alter Tradition zubereiteten geschmorten Rinderbraten mache, und neben dran ein Kurzgebratenes was-weiß-ich
- Steak - auf der Speisekarte stehen habe, wird das Kurzgebratene vorgezogen.
An einem Wochenende hatte ich ein schönes eingemachtes Kalbsblanquet auf der Karte stehen. Ich
war gespannt, wie sich unsere Gäste verhalten würden. So wie ich vermutet hatte, wurde das Kurzgebratene mehr angenommen als das Kalbsblanquet. Wenn ich das aber italienisch anhauche und dem noch einen schönen Namen gebe, glauben Sie mir, dass auch dieses Kalbsblanquet gut läuft. Es ist kurios.
Einen Gruß aus der Küche.