» zurück bitte hier «
Gefahrenherd Mikrowelle
|
"Das wissen selbst die Kinderlein mit Würze wird die Suppe fein, drum holt das Gretchen munter, die Maggi-Flasche runter!", Frank Wedekind um 1900 |
Hätten Sie gewusst, dass die Bundesbürger jährlich 15 Millionen Tonnen künstliche Lebensmittel verputzen? Sicherlich nicht, so wie ich. Denn auch mich hat diese Zahl überrascht. Vor allen Dingen künstliche Lebensmittel, ts ts ts.
Die Nahrungsmittelindustrie- und die Lebensmittelchemiekonzerne bestimmen, was wir essen sollen. Sogenannte Nahrungsstylisten sind immer auf der Suche, was kann neu erfunden werden und...!wie kann mit relativ wenig Aufwand viel Geschmack erreicht werden. Man denke nur an die Minutensuppen etc. Die Produktion der Geschmack- und Farb- und Aromastoffe die in fertigen Gerichten enthalten sind hat sich verdoppelt. Bei Dragoco, einer der größten Aromafirmen Europas, begründet ihr Aromachef Axel Graefe: " Da müsse "der Geschmack im Mund explodieren. Sonst würden das die Leute nicht mehr kaufen. Die jährlich stattfindende Messe und Ausstellung für Farb- und Aromastoffe wird immer größer. Der Umsatz steigt rapide an, sehr zur Freude der Hersteller.
Heute rufen die Chemiker 25 000 Aromen per Computer ab und sind sehr stolz: Wir können, sagen sie, die Natur optimieren Fast jede Fertignahrung, fast jedes! heutzutage im normalen Supermarkt erhältliche essbare Etwas, von Lebensmittel kann man eigentlich nicht mehr sprechen, besitzt Aromastoffe und Farbstoffe. Erdbeeraroma oder Vanillearoma wird aus Sägespänen gemacht. Aus Baumrinde und Schimmelpilz entsteht Himbeeraroma. Jeder Milchreis mit Frucht, jeder Fruchtjoghurt auch wenn er noch so light ist, enthält Aromastoffe. Ein Brühwürfel ist von der chemischen Seite her betrachtet ein Wunderwerk, am perfekten Geschmack wird herum probiert wie an einem neuem Auto:
Auszug:
Es ist Weizenkleber, der mit Leichtbenzin ausgelaugt, mit Salzsäure versetzt, mit Natronlauge neutralisiert, mit Aromen angereichert wird.
Auszugende.
Eine Fleisch-Suppe aus der Tüte für 4 Portionen hat wenn es hochkommt 4 Gramm Trockenfleisch. Whow, 4 Gramm, das ist für jeden 1 Gramm. Und liefert einen Geschmack wie es in der Natur nicht vorkommen würde. Das sollte nachdenklich stimmen. Hier wird mittels künstlicher Aromastoffe uns ein Geschmack vorgegaukelt der nicht da ist. Ein Imitat also. Wir wundern uns auch nicht mehr, wenn der Inhalt vom Bild der Verpackung abweicht. Das nehmen wir alles hin. Auch den verfälschten künstlichen Geschmack. Nur da hört es nicht auf, da fängt es gerade an. Unsere Kinder futtern das gleiche Zeugs auch und wir wundern uns, wenn es mal ein schönes frisches Gemüse gibt, es unseren Lieben nicht schmeckt. Vielleicht fehlt ja die Fertigsoße, die es erst so richtig gut macht.
Das hat die Industrie geschickt eingefädelt. Schon mit der ersten Ersatzmilch kommt das Baby auf den richtigen Geschmack. Mit den Breis und der Gläschennahrung geht's weiter. So wird eine Generation herangezogen, die den richtigen Geschmack schon Input hat. Und das alles mit Aromastoffen. Unsere Kinder wissen nicht mehr, fast nicht mehr wie Natur schmeckt.
Wir haben den Schlüssel zu natürlichen Geschmack verloren, und sollen ihn auch nach Meinung der Hersteller bloß nicht wieder finden. Da geht es um Geld, viel Geld. Allein für die Werbung, die uns den guten Geschmack einsuggerieren soll, werden jährlich von der Nahrungsindustrie 5 Milliarden DM ausgegeben. Es ist perfekt inszeniert.
Fast alle fallen auf diese Inszenierung drauf rein. Dabei ist dies ein Schritt zurück und nicht nach vorne. Fertigprodukte verfälschen unseren Geschmacksinn und ebenso wie Dosennahrung und Tiefkühlware ist die Energie, also die energetische Wirkung gleich null. Lassen Sie sich durch die Angaben der Vitamine und Mineralien etc. nicht täuschen. Die nutzbare Energie für unseren Körper ist gleich null.
Die Kultur hängt von der Kochkunst ab. Oscar Wilde