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Ernährung
Wir müssen uns dabei erst einmal klar machen was denn Appetit / Hunger und Durst eigentlich ist. Brillat Savarin hat dies in seinem Buch " Physiologie des Geschmacks" - was ich unter anderem im Kochbuchteil noch genauer beschreibe, vortrefflich formuliert:
Auszug:
Bewegung und Leben verursachen im lebenden Körper einen täglichen Substanzverlust. Der menschliche Körper, diese so komplizierte Maschine, wäre bald außer Dienst, wenn die Vorsehung nicht eine Feder hineingesetzt hätte, welche ihn im Augenblicke benachrichtigt, wo die Kräfte nicht mehr mit den Bedürfnissen im Gleichgewichte sind.
Der Appetit ist dieser Warner. Man versteht darunter die erste Empfindung des Bedürfnisses nach Nahrung.
Der Appetit kündet sich durch etwas Mattigkeit im Magen und ein leises Gefühl der Müdigkeit an.
Zugleich beschäftigt sieh die Seele mit ihren Bedürfnissen angepassten Gegenständen; das Gedächtnis erinnert sich an Dinge, welche dem Geschmack schmeichelten; die Phantasie glaubt sie zu sehen; es ist ein Traum ähnlicher Zustand. Dieser Zustand hat seine Reize; wir haben Tausende von Genossen in der Freude ihres Herzens ausrufen hören: Welch' Vergnügen einen guten Appetit zu haben, wenn man gewiss ist ein vortreffliches Mahl zu bekommen.
Der Durst ist das innere Gefühl des Bedürfnisses nach Flüssigkeit. Die innere Wärme von zweiunddreißig Grad Reaumur verdampft beständig die verschiedenen Flüssigkeiten, deren Kreislauf das Leben unterhält. Der so entstandene Verlust würde bald diese Flüssigkeiten unfähig machen? Ihren Zweck zu erfüllen, wenn sie nicht häufig erquickt und erneuert würden; dies Bedürfnis erzeugt das Durstgefühl.
Wir glauben, das der Sitz des Durstes über das ganze Verdauungssystem verbreitet ist Wenn man Durst hat, und in unserer Eigenschaft als Jäger haben wir oft daran gelitten, so fühlt man deutlich, das alle einsaugenden Teile des Mundes, des Schlundes und des Magens gepackt und in Anspruch genommen sind, und wenn man zuweilen den Durst durch Anwendung der Flüssigkeit auf andere Organe stillt wie z.B. durch ein Bad, so geht die Flüssigkeit sogleich in den Kreislauf über, wird durch diesen schnell nach dem Sitze des Leidens gebracht und wirkt dort als Heilmittel. Auszugende.
Vortrefflicher hätte ich es auch nicht formulieren können. Wie wichtig dies alles im Zusammenspiel mit der Ernährung ist, wird beim genauerem lesen sehr deutlich. Die Ernährung hat in den letzten Jahren, ja eigentlich in den letzten Jahrzehnten immer mehr abgenommen. Kaum jemand, oder nur sehr wenige möchten heute noch die Zeit aufbringen um sich eine Mahlzeit zu kochen. Es kostet auch Zeit, mindestens eine Stunde oder auch noch mehr und dauernd die "Werbung" vor Augen, die uns einsuggeriert wie schnell es auch anders gehen kann, und schau mal, allen schmeckt es.
Gerade hier ist der Teufel begraben - wie ein altes Sprichwort sagt - alles was schnell zubereitet ist, also Tüten- Dosen- Tiefkühl- und Convinienceprodukte hat/haben Aromastoffe - die noch nicht einmal im entferntesten etwas mit dem Produkt zu tun haben, na ja fast nichts, sie liefern den Geschmack - haben Geschmacksverstärker, Bindestoffe usw. ( wobei ich an dieser Stelle einfügen möchte, das einige wenige Zutaten wirklich natürlich sind ).
Beispiel 1:
Versuchen sie doch einmal einen richtig schönen Milchreis zu kochen. Eigentlich kein Problem, aber, schaffen sie es auch in 10 min. Sicherlich nicht denn ein guter Milchreis braucht schon seine 30 - 40 min. Nun warum ist dann dieses Produkt auf den Markt gekommen, und was wurde daran so verändert, das es in 10 min. fertig ist. Die Antwort liegt auf der Hand, kaum einer möchte noch 40 min. auf einen Milchreis aufpassen, oder sich die Zeit dafür nehmen und damit es schnell geht, hat die Lebensmittelchemie kräftig daran mit gerührt.
(Auch hier wieder ein beschwichtigendes Wort: Diese Produkte sind nicht gefährlich oder gesundheitsschädlich )
Beispiel 2:
Haben sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wieso die mmh mmh min. Terrine mit Champignons so unverwechselbar nach Champignons duftet. Normaler Weise bräuchte man zig Kilo Champignons um dieses Resultat zu erzielen. Einfacher ist es da mit Aromastoffen, die einem den feinen aromatischen Duft von Champignons vorgaukeln.
(Anmerkung auch hier: Natürlich sind auch einige Gramm Champignons als Einlage und als Alibi drin und es ist nicht gefährlich oder gesundheitsschädlich )
Ich möchte an dieser Stelle keine Panik machen oder verunsichern, nur zum überlegen möchte ich anregen. Und vielleicht wird ja das nächste Mal ein richtig schönes Mal gekocht.
Auszug:
Seit Justus von Liebig 1842 erstmals Bestandteile der Nahrung als Kohlehydrate, Fette und Proteine identifizierte, ist sich die Wissenschaft einig, dass Menschen und Tiere Verbrennungsmaschinen sind und deren Treibstoff die chemisch nachweisbaren Inhaltsstoffe der Nahrung. Die Erfindung des Backpulvers, ebenfalls ein Verdienst des Justus von Liebig, leitete schließlich die Geburtsstunde der Nahrungsmittelindustrie ein. Die ,,Veredelung" der Nahrung war von nun an fest in der Hand der Chemie. Die Zusammensetzung von Fertiggerichten, Dosengemüse, Tütensuppen und Brühwürfeln von der berufstätigen Hausfrau dankbar aufgenommene, zeitsparende Errungenschaften der neuen Lebensmitteltechnologie werden seither hauptsächlich von volkswirtschaftlichen Interessen bestimmt.
Nicht gerade zum Vorteil des Verbrauchers.
Jedes Fleischaroma, jede würzige Fertigsoße, jeder Suppenwürfel wird mit Hilfe massiver Ätzbäder hergestellt. Für eine Tonne Würze benötigt man 360 bis 520 Kilo 25prozentige Salzsäure. Unausweichliche Nebenprodukte der Säuredusche sind eine Reihe gefährlicher Substanzen. Die bekannteste deutsche Würztunke enthielt zum Beispiel eine bedenkliche Anzahl von chlorierten Kohlenwasserstoffes. 1991 stellten die Produzenten ihr Herstellungsverfahren um. Sie vergären seitdem die braune Soße mit hochaktiven Biomolekülen - den Enzymen.
Auszugende.
Technisch hergestellte Enzyme sind die neuen Bioturbos des »Novel-Food«, der genetisch veränderten High-Tech-Lebensmittel. Der achte Schöpfungstag ist eingeleitet. Die Welt ist voller Wunder, von Menschenhand geschaffen: fettfreie Schweinskopfsülze, nach Schokolade schmeckende Hähnchen, kalorienarmer Zucker, nicht matschende Tomaten, koffeinfreie Kaffeebohnen, Ultraleichtprodukte, »Happy Food«, »Design Food«. Der aus Dosen und Tüten kochende Yuppie und die auf Mikrowelle spezialisierte Hausfrau haben nun endlich das volle Backofenaroma. Es schmeckt wieder wie bei Muttern. Schleckermäuler können Süßes schaufeln und Bayern Schweinshaxen futtern, ohne dick zu werden.
Was will man mehr! 58 Prozent der Ostdeutschen und 35 Prozent der Westdeutschen haben Appetit auf die Gennahrung. Wen interessiert es, dass deutsche Spitzenköche die Legitimierung genmanipulierter Nahrung als Angriff auf Würde, Integrität und Tradition der Kochkunst werten? Wo sich doch der Profit der amerikanischen Ketchuphersteller um 100 Millionen Mark erhöht, wenn nur ein Prozent mehr Trockensubstanz in Tomaten enthalten ist. Und im Labor konnte deren Wasseranteil sogar schon um 50 Prozent reduziert werden.
Welche Regierung wird sich schon auf eine Deklarationspflicht des Genfood einlassen, da doch der Nahrungsmittelsektor umsatzstärkster Teil der Volkswirtschaft in fast allen Staaten der Welt ist! Und schon Jahre vor der offiziellen Einführung des »Novel-Food« hat auch keiner gemerkt, dass uns die Lebensmittelindustrie ihre »Gen-Pampe« schon längst stillschweigend aufgetischt hat, beispielsweise in Form von Light-Produkten. Außerdem ist der Unterschied zwischen konventionell hergestellter und gentechnisch umgebauter Industrienahrung gar nicht so groß. Wurden früher Lockerungsmittel für Biskuitteig aus Menschenhaar gewonnen, Gelatine aus Schweineschwarte und Dickungsmittel aus Krabbenschalen, so können diese ekelerregenden Grundstoffe für Nahrungsmittelzusätze heute durch gentechnische, hygienische Verfahren ersetzt werden. Klasse.
Den Namen ,,Lebensmittel verdienen weder konventionelle noch gentechnische Industrieprodukte. Solange das Entscheidungskriterium für die Vermarktung eines Nahrungsmittels auf seiner angeblichen Unschädlichkeit und mitnichten auf seiner Nützlichkeit beruht, solange die Interessen von Lebensmittelmulties im Vordergrund stehen und Regierungen den Handlanger spielen, bleibt nur der völlige Verzicht. Die guten Vorsätze der Genfloristen, Geschmack, Konsistenz und Nährgehalt der Pflanzen aufzupeppen, gehen genauso am Wesentlichen vorbei wie der ernährungswissenschaftliche Versuch der letzten Jahrzehnte, den Gesundheitszustand der Bevölkerung mit Hilfe einer ausreichenden Nährstoffversorgung zu verbessern.
Die gentechnische Beeinflussung der pflanzlichen und tierischen Nährwerte ist lediglich die bizarre, um nicht zu sagen pervertierte Krönung des erfolglosen Versuchs, die Durchschnittsnahrung für den Durchschnittsmenschen zu entwickeln und die Ernährung möglichst ,,rationell" zu gestalten; für Hersteller und Verbrauchen Je grotesker und degenerierter die Auswüchse der modernen Technologie, um so stärker der Wunsch nach Natürlichkeit, zumindest bei Menschen, die sich das Vertrauen in alles Unverfälschte und Ursprüngliche bewahrt haben. Die Rückbesinnung auf einfaches, direkt erfahrbares Wissen leitet die Renaissance ganzheitlicher Lebensanschauungen ein. Sinn und Inhalt treten wieder in den Vordergrund, um das bloße Haften an der Form zu überwinden.
Das spießbürgerliche, enge, materialistische Denken der 7OerJahre hat als Gegenreaktion den Hippiekult mit all seinen psychologischen Offenbarungen hervorgebracht. Heute sind es die sture Wissenschaftsgläubigkeit, das formale Weltbild mit seinen brüchigen Denkklischees der 80er und 90er Jahre und das Versagen der christlichen Kirchen, die ungewollt dazu beitragen, dass esoterisches Wissen und kosmische Urprinzipien wieder mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.
Die Rückkehr altehrwürdiger Systeme, von vielen Wissenschaftlern nach wie vor als abergläubischer Unfug abgetan, ist nicht mehr aufzuhalten. Die Überbewertung von Kalorien, Vitaminen und Mineralien, Symptom der wissenschaftlichen Krankheit, Form mit Inhalt zu verwechseln, sorgte dafür, dass das Wesentliche in der Nahrung übersehen wurde. Die Form ist das Spiegelbild des Inhalts, aber nicht der Inhalt selbst. Der menschliche Körper als Form besteht aus Organen, Knochen, Gefäßen und Substanz. Sein Inhalt ist Lebensenergie und Geist oder Bewusstsein. Vitamine, Mineralien, Proteine und Eiweiße bilden die Form von Lebensmitteln. Ihr Inhalt, das Wesentliche, was ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus ausmacht, ist Energie. Es ist nicht zu erwarten, dass eine Wissenschaft, die Lebensenergie, Bewusstsein und Geist des Menschen aus ihrem Gesichtsfeld ausschließt, bereit ist, Energie in der Nahrung zu beachten.
Selbst Sigmund Freud sagte einmal: ,,Essen ist etwas rein körperliches, was die Seele nicht berührt". Nun gut, wir wollen hier nicht den guten alten Sigmund in all seinen Werken in Frage stellen aber, heute wissen wir es besser; und es geht auch nicht darum, etwas zu beweisen und der Wissenschaft ihre Arbeit abzunehmen. Es geht vielmehr um die Vereinigung brauchbarer, moderner, wissenschaftlicher Informationen über die Form, mit bedeutungsvollen Erkenntnissen über den Inhalt.
Von der uralten taoistischen und buddhistischen Basis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ausgehend, zeigt die Ernährung nach den Fünf Elementen das Muster auf, nach dem Nahrungsmittel gleichermaßen heilsam und nährend für Körper, Psyche und Geist verwendet werden; dem ganzheitlichen Menschenbild der TCM gerecht werdend, deren herausragende Erfolge auf dem Verständnis der energetischen Prozesse im Organismus beruhen.
Tja, ausgestattet mit diesem Wissen, was machen wir nun damit ? Vielleicht gibt es auch einige unter Ihnen, die sagen: Oh Gott, was soll ich tun ? Die Antwort liegt nahe, und ist auch schon zu Worte gekommen. Der Weg ist unter anderem das "fühlen". Fühlen wir nach was unser Körper braucht, wenn unsere Sinne nach etwas essbarem abschweifen. Fangen Sie an zu lernen zu unterscheiden was es heißt Heißhunger auf etwas zu haben.
Dies setzt natürlich voraus, dass man sich mit diesem Thema auseinandersetzt und lernt. Und es ist auch kein Schritt zurück, im Gegenteil es ist ein ganz entscheidender Schritt vorwärts. Fangen Sie in kleinen Schritten an und besorgen sie sich entsprechende Lektüre. Wer sich ernsthaft damit auseinandersetzt wird erstaunt sein, wie der eigene Körper, diese "Verbrennungsmaschine", reagiert, wenn die richtige Nahrung aufgenommen wir. Und bitte, hören sie dann auch mit dem Kalorien zählen auf.